12.-13.10.2012 Tagung Kleinwasserkraft ein voller Erfolg

Die jährliche Konferenz von Kleinwasserkraft Österreich gilt als der wichtigste Treffpunkt der Branche und fand heuer in der energie:autarken Mustergemeinde Kötschach-Mauthen statt. Mehr als 300 TeinehmerInnen fanden sich ein, um im Rahmen von hochkarätigen Fachvorträgen, interessanten Exkursionen und einer informativen Firmenausstellung aktuelle Themen und Herausforderungen zu diskutieren.

Kötschach-Mauthen gilt als Vorzeigegemeinde in punkto nachhaltige Energieversorgung, die nahezu in der Lage ist, den Energieverbrauch im Gemeindegebiet aus eigenen erneuerbaren Ressourcen zu decken. Der Bürgermeister der Marktgemeinde, Walter Hartlieb, meinte bei seiner Begrüßung, dass sich Kötschach-Mauthen auch als die Wiege der Wasserkraft versteht, denn hier wurde eines der ersten Wasserkraftwerke Österreichs errichtet. Später kamen mehrere für die Region wichtige Kleinwasserkraftwerke hinzu, die auch teilweise mit Speichern versehen wurden. Manfred Brunner, Landessprecher von Kleinwasserkraft Österreich in Kärnten, ergänzte die Daten für das gesamte Bundesland: "Die Kleinwasserkraftwerke im Bundesland Kärnten liefern in etwa den Stromverbrauch von rund 215.000 Haushalten ins öffentliche Netz und stellen damit einen wesentlichen Bestandteil der Stromversorgung dar." Anschließend präsentierte Ökostrompionier Ing. Wilfried Klauss von der AAE Naturstrom in einem Impulsvortrag noch das "Hydro-Solare-System Kötschach-Mauthen".

Kleinwasserkraft als wesentlicher Faktor der Österreichischen Energiewirtschaft
"Die hohe Besucherzahl beim Branchentreffen macht nicht nur die Bedeutung der Kleinwasserkraft deutlich, sondern zeigt auch, dass sich die Branche intensiv mit vielen Herausforderungen zu befassen hat. Ganz bewusst haben wir daher heuer einen Teil der Veranstaltung der Vermarktung von Kleinwasserkraftstrom gewidmet. Für Anlagen, die ihren Strom nicht im Ökostromförderregime vergütet bekommen, ist das ein ganz wesentliches Thema. Hier stellt sich für uns insbesondere die Frage, ob und wie am Strommarkt der Mehrwert von CO2-freiem Kleinwasserkraftstrom abgegolten wird. Ebenso ist für unsere Mitglieder der direkte Verkauf von Strom an einen Anderen - etwa durch eine Direktleitung - ein interessantes Thema. Hier gibt es leider keine klaren rechtlichen Rahmenbedingungen!", sagt Christoph Wagner, Präsident von Kleinwasserkraft Österreich. Ein weiteres Thema der Konferenz war die Kleinwasserkraft im Stromnetz. "Dezentrale Einspeisung wirkt sich positiv auf die Netze aus, etwa durch vermiedene Transportverluste.", meint dazu Wagner. Auch das Thema Smart Grids und deren Bedeutung für Kleinwasserkraftanlagen wurde beleuchtet.

Rechtliche Praxis und Rahmenvorgaben für Kleinwasserkraft
Am zweiten Konferenztag präsentierten namhafte Juristen aktuelle Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Kleinwasserkraft. In einem Themenblock zu Fischwanderhilfen wurde seitens des Ministeriums der neueste Entwurf eines Leitfadens zur Errichtung von Fischwanderhilfen präsentiert. Wagner kommentiert in diesem Zusammenhang: "Wir müssen uns intensiv bemühen, dass ein solches neues Instrument nicht zu unverhältnismäßigen Vorgaben führt. Vorgegeben Werte, etwa für Wassertiefen, dürfen nicht für Gewässer mit einem durchschnittlichen Abfluss von 2 m3 gleich hoch sein wie für solche mit 20 m3. Das entspricht auch nicht den Situationen in der Natur! Hier braucht es eine vernünftige und sensible Abstufung, da sonst der Fortbestand von Kleinwasserkraftanlagen massiv gefährdet wird!"

Die Kleinwasserkraft im internationalen Umfeld
Abschließend wurde in internationaler Runde, mit Vertretern aus Italien, Österreich, Slowenien und Brüssel, die Zukunft der Kleinwasserkraft im Umfeld der europäischen Gesetzgebung diskutiert. Dabei wurde die Perspektive der KraftwerksbetreiberInnen, der EU Kommission und der umsetzenden Behörde auf Länderebene eingebracht. Abschließend resümiert Wagner: "Die Veranstaltung war äußerst gut besucht und ein voller Erfolg. Als Interessenvertretung leiten wir auch einige Notwendigkeiten für unsere zukünftige Arbeit daraus ab!"

Verein präsentierte sich bei Tagung
Auch der Verein "energie:autark Kötschach-Mauthen" wirkte bei der hochkarätigen Tagung mit und konnte sich dort in verschiedenen Bereichen präsentieren. So wurden die Exkursionen am ersten Tag der Veranstaltung über den Verein "energie:autark Kötschach-Mauthen" in Zusammenarbeit mit der AAE Naturstrom organisiert und durchgeführt. Dafür stellten sich Ing. Wilfried Klauss sen und GF Wilfried Klauss jun. von der AAE Naturstrom als Experten für die Führungen im Kraftwerk Kreuztratte und im historischen Heilstättenkraftwerk Laas 1 zur Verfügung. Weitere Exkursionspunkte waren das Sonnenkraftwerk Rathaus wo DI Christoph Aste auch das Kavernenkraftwerk Bad Bleiberg kurz vorstellte sowie die Bergwindturbine am Plöckenpaß. Ebenfalls über den Verein wurde an beiden Tagen das Kaffeebuffet für die Tagungsteilnehmer organisiert. Im Eingangsbereich des Veranstaltungszentrums der Marktgemeinde informierte der Verein mit den neu gestalteten Informationstafeln und Infobroschüren über die Tätigkeiten und Aktivtäten des Vereins. Für Kötschach-Mauthen war diese Tagung sicherlich eine tolle Bereicherung und alle Beteiligten sprachen der Organisation vor Ort sowie der Marktgemeinde allgemein mit seinen Tourismusbetrieben ein großes Lob aus.

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